TM Miwwel  
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Interview
Romain Thill, Luxskill-Präsident, hat sich vor der Übergabe der Meisterdiplome im März 2005 mit Tanja Mayer unterhalten:

Vom Unistudium zur selbstständigen Schreinermeisterin

Einen eher ungewohnten Ausbildungsweg schlug Tanja Mayer ein, um seit dem Jahreswechsel ihren eigenen Schreinerbetrieb in Merscheid zu führen. Nach erfolgreichem Abschluß einer "Treizième Générale", entschloß sie sich zu einer pädagogischen Weiterbildung. Im belgischen Grenzgebiet in Bastogne wollte sie ihren Jugendtraum als Kindergärtnerin verwirklichen. Bald merkte sie aber, daß ihre kreativen und manuellen Fähigkeiten zu kurz kamen. Während einem Überbrückungsjob in der Gastronomie, entschloß sie sich zu einem Kunststudium und besuchte die Universität in Montpellier. Beim Einrichten ihrer dortigen Wohnung entdeckte sie ihre Vorliebe zum Schreinerberuf und erstellte in eigener Regie das passende Mobiliar. Nach diesem geglückten Versuch, war kurze Zeit später ihr Entschluß gefaßt: das Unistudium wurde eingestellt und die Meisterprüfung im Schreinerberuf angestrebt.

Wie schafften Sie es in der nationalen Berufswelt Fuß zu fassen?

TM: "Nach Informationsgesprächen mit zuständigen Instanzen für Berufsausbildung, schickte ich persönliche Bewerbungsschreiben an die Schreinerbetriebe der näheren Umgebung. Ich mußte eine Schreinerei finden, wo ich über die folgenden 3 Jahre arbeiten und meine Meisterprüfung machen konnte. Betriebsinhaber Marc Melsen aus Niederfeulen brachte Verständnis für mein Unterfangen auf. Nach einer Probezeit, erhielt ich dort einen Arbeitsvertrag als Hilfsarbeiter. In Abendkursen im Lycée Technique du Nord in Wiltz war es mir außerdem möglich, dank Kursusleiter Jean-Marie Klein, mein praktisches Können zu vertiefen."

Wurde die Unistudentin von den Mitarbeitern geachtet und richtig eingestuft?

TM: "Ich wurde sowohl im ersten Meisterbetrieb, als auch später in der Schreinerei Marcel Hoffmann in Hobscheid akzeptiert. Beide Betriebe ermöglichten mir, meinen praktischen Nachholbedarf auszubügeln.
Sicherlich war es nicht immer ein Zuckerschlecken. In einer Männerdomäne hat 'Frau' es nicht immer leicht, Ideen oder Vorschläge an den 'Mann' zu bringen! Trotzdem machte es Spaß vom Entwurf bis zum fertigen Möbelstück gefördert zu werden und meine kreativen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen."

Haben Sie Ihren Entschluss, nach höheren Studien erst in die Berufswelt einzusteigen, niemals bereut?

TM: “Es gab schon Momente, in denen gewisse Zweifel aufkamen. An ein Aufstecken meines Vorhabens dachte ich aber nie. Der Gedanke an mein Ziel als selbständige Schreinermeisterin gab mir in solchen Momenten die Kraft, nicht aufzugeben. Den eingeschlagenen Weg habe ich bis heute noch nie bereut. Im Gegenteil - aus meinen diversen Berufserfahrungen stelle ich mir jetzt die 'Zutaten' zusammen, die ich für meine Betriebsführung brauche.“

Wie sehen Sie Ihre Zukunft als selbstständige Betriebsinhaberin?

TM: "Im ehemaligen elterlichen Bauernbetrieb habe ich seit Ende 2004 die Möglichkeil, meinen eigenen Schreinerbetrieb zu führen. Ich beschäftige derzeit bereits zwei qualifizierte Mitarbeiter. In geordneter Teamarbeit wollen wir versuchen, den diversen Aufträgen in lnnenausstattung und Möbelgestaltung gerecht zu werden."

Besten Dank und viel Erfolg in ihrem beruflichen Unterfangen.


Holz in all seinen Facetten

„TM Miwwel" seit kurzem in Merscheid

Schreinerei-Betrieb schafft originelle Möbel

Seit Ende 2004 bereichert die Schreinerei „TM Miwwel“ das mittelständische Angebot der Gemeinde Heiderscheid.

Tanja Mayer, gebürtig aus Merscheid hat sich zur Maxime gesetzt, dem Kunden originelle und vor allem zeitlose Möbel zu schaffen. Diese Vorgaben dienten als Grundlage eines ersten Unternehmensjahres, dessen Ergebnisse sich gewiss sehen lassen können.
Im Rahmen einer „Porte ouverte“ konnten sich Kunden und potenzielle Kunden vor kurzem ein Bild über die innovative Schreinerei machen. Bei TM Miwwel handelt es sich um eine Möbel-Schreinerei, die sich in verschiedenen Disziplinen der Innenschreinerei spezialisiert hat. Neben der individuell angepaßten Gestaltung und Anfertigung von Qualitätsmöbeln jeglicher Stilart, bietet „TM Miwwel" auch eine vielseitige Produktpalette der Innenausstattung an. Vom Entwurf bis zum fertigen Möbelstück, wird auf ausgesuchte hochwertige Materialien geachtet. „TM Miwwel“ sorgt sich auch um den aktiven Umweltschutz und setzt sich für gezielte Mülltrennung ein. Dafür erhielt das Team bereits nach dem ersten Halbjahr eine Auszeichnung mit Label von der „SuperDrecksKescht fir Betriber" und wurde somit einmal zum „Betrib vum Dag".
Die Schreinerei hat ihren Sitz in den Räumlichkeiten des ehemaligen Landwirtschaftsbetriebes der Familie Mayer, und zwar auf der Nummer 31 in der Dorfstraße in Merscheid. Dort hat das junge Team eine eigene Werkstatt mit modernen Holzbearbeitungsmaschinen eingerichtet, die durch eine eigene Holztrocknungsanlage, sowie eine aufwändige Spritzkabine vervollständigt wird.
Erreichen kann man den Betrieb über die Telefonnummern 26889690 bzw.
091 551 444 (www.tm-miwwel.lu)

Ein Bericht aus dem Luxemburger Wort vom April 2006