TM Miwwel  
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"FassZination"

Erläuterungen zum Entwurf:

Persönliches Anliegen zur Grundidee:

Broschüre"Bevor ich meine Leidenschaft für den Schreinerberuf entdeckte, war ich über einige Jahre in der Gastronomie tätig. Während dieser Zeit befaßte ich mich unter anderem auch mit der Kultur des Weines. Ich erinnere mich an einen Besuch bei einem Winzer zur Weinprobe. Er führte uns in den Weinkeller, den er seine Schatztruhe nannte. Allerdings war das nicht übertrieben, denn der Anblick der dort gelagerten riesigen Eichenfässer raubte einem den Atem. In Echt hatte ich noch nie zuvor ein solches Faß gesehen und war im wahrsten Sinne des Wortes ‚fass’ziniert! Dass ich ein paar Jahre später die Möglichkeit hatte, ein solches Faß selber anzufertigen, machte mich sehr stolz.

Enttäuscht war ich, als ich feststellen mußte, daß mehrere Fachleute es mir nicht zutrauten und mich sogar von der Idee abbringen wollten. Doch gerade diese Aussagen steigerten meine Motivation auf ein Höchstmaß. Das Projekt wurde zu einer großen Herausforderung und die Anfertigung war spannend von der ersten bis zur letzten Minute!"

Die Herstellung:

‚Frau’ nehme:
  • 150gr. Arbeitskleidung
  • 30gr. Zollstock
  • 1 gr. Bleistift
  • 1 Teelöffel Streß
  • mehrere kg Mut
  • sich 6 Wochen Zeit
...und begebe sich nach den eigens entworfenen Plänen an die Arbeit.

Arbeitsgänge in Kurzfassung:

1) Herstellung der Fassdauben:

“Das Faß besteht aus 24 Dauben. Für jede einzelne davon habe ich eine Zwischenkonstruktion angefertigt, die den schichtverleimten Innen- und Außenschalen die Form gibt…

...um den Dauben den richtigen Schnitt zu verpassen, wurden sie auf eine Schablone gespannt und auf der Formatkreissäge zugeschnitten:
Sägeblattneigung: 360° / 48 Einschnitte = 7.5° ...

Anschließend wurden die Dauben zusammengeleimt…

...und es folgte der wohl spannendste Moment des ganzen Projektes:

... ja es paßte!!

Da der Winkel des Sägeblattes von 7,5° ausschlaggebend war, hatte ich mir zur Sicherheit vorher ein kleines Modell angefertigt.

2) Das Faß bekommt seine Böden

An der Tischfräsmaschine habe ich MDF-Platten rund gefräst,...

... an der Formatkreissäge die Schräge eingeschnitten. Dabei mußte ich die Platten mit Hilfe einer speziell angefertigten Halterung senkrecht anbringen.

Dann widmete ich mich der Gestaltung der Böden. Für die obere Barplatte benötigte ich 24 gleichgroße Dreiecke in Eichen-, sowie dünne Streifen in Wengéfurnier. Damit erhielt ich ein schönes Furnierbild, welches dann in der Hydraulikpresse auf die MDF-Platte geleimt werden konnte.

Nachdem ich die Einfräsungen für den späteren Einbau der Spots gemacht hatte, konnte ich Barplatte und Sockel an die beiden Faßhälften befestigen.

Der gesamte ‘Innenausbau’ entstand ähnlich wie die Böden, nur daß alles an die jeweilige Schräge des Fasses an den vorgesehenen Höhen, genau angepaßt werden mußte.

3) Fertigung des Schubkastens mit Holzvollauszug

Das Hinterstück habe ich durch eine einfache Zinkung mit den Seiten verbunden. Am Vorderstück erschien mir eine halb verdeckte Zinkung vorteilhafter, da die Front später noch abgeschrägt werden musste.

4) Schränkchen mit Drehtür

Die Türen habe ich mit Hilfe einer Schablone von der unteren Fassform passend gefräst. Damit sich die Front später um ihre eigene Achse dreht, schraubte ich diese auf eine Drehplatte mit Kugellager und befestgte sie oben mit einem eingelegten Zapfenband…

...Indem man eine Seite der Tür nach innen andrückt, dreht sich der innere Teil heraus.

5) Das ‚Vorratslager’

In einer Hälfte des Fasses sollten später mehrere Gläser und Flaschen untergebracht werden können. Dafür befestigte ich im hinteren Teil des Innenraumes speziell angefertigte Massivholzteile, in welche ich Rundstäbe einsetzen konnte. So kann man Gläser dazwischen aufhängen, bzw. Flaschen lagern.

6) Das Finale

Bevor ich die Außenschale anbringen konnte, musste ich die Kabel für das Licht noch in der Zwischenkonstruktion verschwinden lassen und darauf hoffen, dass das Licht wie geplant im richtigen Moment angeht…

Geschafft! :-)